Wie wir imkern

Wie wir imkern

Bienen? Hab‘ ich schon lange keine mehr gesehen! 

Das ist schade. Das hat, mal ganz einfach betrachtet, zweierlei Gründe:


- zum einen, weil Bienen bei ihrer Tätigkeit eben nicht wirklich die menschliche 

   

     Nähe suchen und sich viele Menschen sich vielleicht nicht mehr so häufig dort aufhalten, wo Bienen tätig sind.


- Zum zweiten ist es wohl wirklich so, dass die Anzahl der Bienen in den letzten   

         Jahren vielleicht etwas rückläufig war und auch deshalb die Ernte trotz schön blühender Obstbäume und -Sträucher  sehr mager ausfiel. Hatten auch Sie dieses Problem? Sprechen Sie uns an!


Wir wirken dem entgegen! Natürlich ist es schön, Menschen mit Honig zu erfreuen. Aber als Mitglied eines Bienenzuchtvereins liegt unser Interesse natürlich darin, die Bienen zu unterstützen. Dabei imkern wir nach den neuesten bienenwissen­schaftlichen Erkenntnissen von Frau Dr. Pia Aumeier und 

Herr Dr. Gerhard Liebig, die uns Imker durch ihre wirklich rege und unermüdliche Tätigkeit jederzeit freundschaftlich unterstützen! (www.immelieb.de)


So imkern wir in nur mit Leinöl und Erdfarben behandelten Holzbeuten und mit
schonenden Arbeitsweisen. Um später bei der Honigernte keine Brut zu zerstören,
verwenden wir Absperrgitter, durch die zwar die Arbeiterinnen hindurch passen,
aber nicht die größere Königin. So kann sie dort erst gar keine Eier legen.


Kurz vor der Honigernte wird eine "Bienenflucht" zwischen den Brutraum mit dem
Absperrgitter und dem Honigraum eingelegt. Durch diese laufen die Bienen aus dem Honigraum zu ihrem Volk nach unten in den Brutraum, aber nicht mehr zurück.
So wird auch die Sommer- Honigernte eine ganz entspannte Sache (ohne
Räuberei!) - für die Bienen und den Imker!


Die Honigernte erfolgt bei uns zweimal im Jahr: Einmal gegen Ende Juni, nachdem unsere kleinen Freundinnen Nektar und Pollen von Haselnuss, Salweide, Kirsche, Apfel undLöwenzahn eingetragen und aus dem Nektar leckeren Frühlingshonig gemacht haben, und ein zweites Mal gegen Mitte August, mit der eingetragenen Tracht nicht nur von Himbeere, Brombeere, Robinie, Linde, usw., sondern auch von diversen Blumen (auch aus Ihrer Bienenfutterweide?), Lavendel, unterschiedlichsten Wildkräutern und sogar Küchenkräutern wie Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut und Majoran aus dem heimischen Kräutergarten.
„Geerntet“ wird bei uns nur der Honig aus dem Honigraum. Der im Brutraum
gelagerte Honig bleibt den Bienen. Der Honig wird erst bei entsprechender„Reife“
von uns geerntet, geschleudert und abgefüllt und dies stets bei Erfüllung der
geforderten Qualitätsstandards.

Die Wabenhygiene ist ein wesentlicher Bestandteil zur Gesunderhaltung der Bienen und zur   Gewährleistung der Reinheit des Honigs.     

Die Waben des Honigraums  werden jedes Frühjahr durch die Bienen neu aufgebaut. Auf  neuen Mittel­wänden (Bauhilfen) aus reinem und zertifiziert  rückstandsfreiem Bienenwachs. Die ausgeschleuderten  Honigwaben ersetzten bereits im Herbst einen Teil der alten  Brutwaben.

Die ältesten Waben, also die Brutwaben aus dem unteren Brutraum (diese werden von  den Bienen nicht mehr benutzt!) werden entfernt und eingeschmolzen.

Diese regelmäßige Erneuerung der Waben dient der Bienengesundheit und gewährleistet stets, dass keine Rückstände in den Honig gelangen.

Zum Schluss sind gesunde Bienen das A und O des Imkerns. Dazu verfahren wir zur Bekämpfung des Hauptschädlings, der asiatischen Milbe Varroa destructor, nach dem anerkannten und bewährten Behandlungskonzept   mit:


-   dem Entfernen der Drohnenbrut im Frühjahr


(weil sich die Varroamilben  zur Vermehrung bevorzugt in             Drohnenbrutzellen  vermehren wird das Entfernen der               Drohnenbrut als     sehr effektives Mittel zur Reduzierung der Varroapopulation ("Varroafalle") benutzt.   Aber keine Angst: Drohnen zur  Begattung der Königinnen gibt es trotzdem immer genug!)  ,

- und der Behandlung nach der Honigernte in Herbst und Winter mit den

  organischen, wasserlöslichen und leicht abbaubaren  Säuren  Ameisensäure und

  Oxalsäure.

Diese Vorgehensweise gewährleistet, dass der Befall der Bienenvölker mit diesem Parasiten möglichst gering bleibt. Nur so können alle Bienenvölker kräftig und mit gesunden Winterbienen in den Winter gehen und im nächsten Jahr wieder prächtig gedeihen.

Aber nicht nur wir als Imker können zum Schutz der Bienen beitragen.


  Unterstützen auch Sie die Bienen! Das geht? Aber ja! Und zwar ganz einfach:


Unterstützen Sie die Bienenzucht durch Ihren nächsten Honigkauf bei einem Imker.


Jedem Imker liegt das Wohl seiner Bienen am Herzen!


Auch Sie selbst können, neben den tollen Wildblumen-Acker­rand­streifen­programmen der Bundes-, Landes- und Kommunalregierungen,  Bienen­- (futter-) weide aussäen.  Beispiele dafür, wie das auch bei Ihnen aussehen kann, finden Sie in der Galerie. 


Oder Sie legen beim nächsten Kauf für Ihren Garten Wert auf ein­hei­mi­sche und nektar- und / oder pollen-spendende Pflanzen (Informationen z.B. beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.bmel.de).


Oder Sie lassen Klee, Löwen­zahn und Co. ruhig mal etwas höher wachsen, oder… oder…oder. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!


Unsere kleinen Freundinnen werden es Ihnen danken!       


Ihre Imkerei Weinhold