Erstfrühling 2020

Erstfrühling 2020

So früh der Vorfrühling begonnen hatte, so früh hat er sich auch schon wieder verabschiedet. Sogar noch früher! Dauerte er im langjährigen Mittel ungefähr 42 Tage, so hat er sich am 15. Februar schon nach 30 Tagen verabschiedet. Denn mit den blühenden Forsythien wird der Erstfrühling eingeläutet. Vereinzelt sollen sie ja noch irgendwo herumstehen, aber wer dies nicht beobachten konnte, weil er in seinem Garten keine solche Pflanze mehr beherbergt (was aus der Perspektive des Bienenfreundes so unsinnig nicht ist, weil es an der Forsythie für Bienen rein gar nichts zu holen gibt!), mag sich an den öffnenden Blättchen der Stachelbeere orientieren. (Quelle zur Phänologie: Deutscher Wetterdienst)



Anfang (!) März. Es tut sich was.



Während also das graue Erika, die rote Pestwurz, der Märzenbecher oder die Schneeglöckchen noch blühen, gesellen sich ab jetzt die Stachelbeere, die Aprikose und die Mandel genauso hinzu wie die Weißbirken,  Birken und Pappeln, der Silber-ahorn, oder die Ulme und die Weide. Während manche dieser Pflanzen in puncto Honig und Pollen einen reich gedeckten Tisch für unsere kleinen Freundinnen bieten, sind andere eher knauserig. Wiederum andere bieten zwar das eine, das jeweils andere aber nur wenig oder gar nicht.


Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche Pflanzen in dieser Zeit von Bedeutung sind.













Als wichtigste Massenspender für Nektar sind hier eindeutig Weide und Ahorn zu nennen, während der für die Aufzucht benötigte Pollen im Moment vorwiegend von Weide, Pappel und Birke stammt, zumal Ulmen doch etwas rar geworden sind.


Auf jeden Fall: unsere kleinen Lieblinge finden jetzt genug, so dass der komische Bär mit seinem Eimer voller Zuckersirup ruhig zu Hause bleiben kann.


So sei es denn, lassen wir die Kleinen eine Zeit lang einfach in Ruhe ihren Beschäftigungen nachgehen...

Pflanze

Name

Nektar

Pollen

Trachtzeit

(Schul

noten)

Pappel

Populus

0

2

März - April

Silberahorn

Acer saccharinum

1

3

März - April

Ulme

Ulmus

0

2

März - April

Weide

Salix

2

1

März - Mai

Aprikose

Prunus armeniaca

5

5

März - April

Stachelbeere

Ribe uva-crispa

2

5

März - April

Weißbirke

Betula pendula

0

2

März - April

Birke

Betula verrucosa

0

2

März - Mai

Mandel

Prunus dulcis

4

4

März - April

Zeichnung Bienenvölker auf Wiese

...und richten unseren Blick auf Anderes.

Mit ein wenig Glück, und wenn die gefräßigen Libellenlarven noch etwas an Laich und Kaulquappen übrig lassen,

Teich mit Froschlaich

bekommen wir vielleicht auch dieses Jahr wieder Zuwachs in unserem Teich!

Bienenauf Skinnie

Neulich im Gartencenter in unserer Nachbarschaft.

Bienen auf Skinnie-2

Hier gibt es schon Nektar und Pollen in Hülle und Fülle! 

Ja ist denn schon Ostern???

Osterglocken im Schotterbeet

Der Vollfrühling beginnt doch erst mit der Apfelblüte!

Mirabellenblüte

Nein, noch nicht ganz!

Lassen Sie sich nicht erschrecken:

dies ist noch keine Apfelblüte, sondern die einer Mirabelle. Bis zum Apfel ist es noch etwas hin.

Aber es blüht auch vieles anderes, an dem sich unsere kleinen Mitlebewesen mittlerweile schon ausgiebig versorgen...

Blühendes Lungenkraut

zum Beispiel das Lungenkraut (pulmonaria),


oder die Kornelkirsche (cornus mas)...

Blühende Kornelkirsche
Blühende Erika

...oder die verschiedenen Erika in unserem Heidebeet,



mit Sicherheit auch das Hundsveilchen (viola canina)...

Blühendes Hundsveilchen

...oder die Traubenhyazinthen in unserem "gepflastertem" Garten

Blühende Traubenhyazinthen
Blühende Traubenhyazinthen 2

Da immer so viel über Schotter- oder Kiesbeete geschimpft wird - wir haben auch welche...

Blühende Osterglocken im Kiesbeet

...es kommt eben darauf an wie man sie gestaltet!

 Und schon wieder könnte man meinen, es sei Vollfrühling!

Video Bienenflug vor den Bienenstöcken

Die Königinnen "bestiften" fleißig blitzblank geputzte Zellen, und die Arbeiterschaft unserer kleinen Freundinnen trägt nicht nur Nektar ein, sondern genauso emsig Pollen zur Fütterung der älteren Larven mit "Bienenbrot". Dieses Futter stellen die Bienen aus Honig und Pollen selber her. Zur Aufspaltung des proteinreichen Pollens wird aber auch Wasser benötigt, weshalb man die Kleinen allerorten an Untersetzern von Blumentöpfen oder Teichrändern beim Wassertanken beobachten kann.


Sollte mal eine Biene aus Versehen ins Wasser geplumpst sein, können Sie zu ihrer Rettung zwar auch die Hand benutzen, aber für den Fall der Sorge vor einem Bienenstich funktioniert ein Ästchen oder Blatt genauso gut.

Bienen holen Wasser an Blumenuntersetzer

Bienen können nicht schwimmen!

Um zu vermeiden, dass eine der Kleinen versehentlich an einer von Ihnen (an den zu erwartenden heißen Tagen) mit frischem, sauberen Wasser aufgestellte Bienentränke ins Wasser plumpst, beachten Sie bitte folgendes:


Bienen brauchen keine freie Wasserfläche.


Einfach eine flache mit Steinen gefüllte Schale mit etwas Wasser füllen, das reicht vollkommen aus. Lieber ab und zu etwas Wasser nachgießen. Dann steht unseren kleinen Freundinnen immer sauberes Wasser zur Verfügung. 

Nicht nur unsere Honigbienen, sondern auch unsere diversen Wildbienen (hier zu sehen: Mauerbienen) kommen mit Nektar gefüllt und pollenbesetzt von den Pflanzen zurück...

Großes Insektenhotel mit Wildbiene
Großes Insektenhotel mit Wildbienen

...und das alles nicht nur zur eigenen Versorgung, sondern vor allem der des Nachwuchses! Da wir für jedes unserer Honigbienenvölker auch mindestens ein Wildinsektenhotel führen, gibt es ja bei uns schon einiges an Bruthöhlen. 


Aber um das Insektensterben auszubremsen, dürften es gerne noch ein paar mehr sein - wirklich!


Die Tierchen nehmen gerne jede geeignete Nistmöglichkeit an...

Mauerentfeuchtung als Bruthöhle

...ob Entfeuchtungsöffnungen an Hauswänden oder Ablauflöcher an Fensterrahmen - aber keine Sorge: dort enstehen keine großen Nester. Der dort von den solitär lebenden Bienen aufgezogene Nachwuchs beschränkt sich auf nur wenige Individuen, und nach drei Wochen ist das Zimmer wieder frei! 


Also: der Bedarf ist auf jeden Fall da!



Machen Sie mit! 

Auch Sie können Insektenhotels aufstellen oder -hängen. Sie können sie entweder von verschiedenen Herstellern käuflich erwerben oder aber auch mit einfachsten Mitteln selber bauen - frei nach der Devise:

Zeit für Natur = Zeit für mich

Unsere Mitlebewesen werden es Ihnen danken - in mehrfacher Hinsicht! 

Und immer mehr Pflanzen steigen jetzt ein...

Foto: blühende kleine Pflaume

...oder unsere Schlehe...

...wie zum Beispiel unsere kleine Pflaume...

Foto: blühende kleine Schlehe

...und, an alle Imker, auch die Kirsche braucht nicht mehr lange!

Foto: Knospen der Kirsche
Nahaufnahme: Knospen der Kirsche

Bis zum Vollfrühling


Ihre "Privatimker"

Bienenfee-1