Vorfrühling 2020

Vorfrühling 2020

Mit dem Blühbeginn des Haselstrauches hat bei uns in Nordrhein-Westfalen nicht wie sonst Anfang Februar, sondern schon am 15. Januar der Vorfrühling begonnen.


(Quelle zu Phänologie: Deutscher Wetterdienst)



Der "Winter" war also nicht nur zu warm, er war auch zu kurz.

Es tut sich was.


Und was sich an den ersten wärmeren Tagen angedeutet hatte, ist nun nicht mehr zu übersehen:

Sie fliegen wieder.


Alle Völker sind gut durch den Winter gekommen, trotz des noch sehr späten Brutgeschäftes im Vorjahr und trotz der Beeinträchtigung durch die bösen Varroamilben, deren Zahl aber Dank der Imkersorgfalt so gering wie möglich war.


Alle Völker senden ihre Sammlerinnen aus, um Nektar, und fast noch wichtiger, Pollen zu beschaffen. Denn mit der zunehmenden Sonnenscheindauer und dem Blühen von Schneeglöckchen und Haselstrauch ist deutlich sichtbar der Vorfrühling eingekehrt. Dies sind die Pflanzen, an denen sich die Bienen bereits mit ein wenig Nektar und Pollen versorgen können:


 

 













 

Der Startschuss für die Königinnen, ihrem Legegeschäft nachzukommen, ist kaum verhallt, da stehen die Völker schon mitten im Brutgeschehen. Und weil die Larven richtige Kraftnahrung brauchen, werden sie nach den ersten drei Tagen, in denen sie Futtersaft (Gelee royale) bekommen, mit sehr proteinreichem Bienenbrot gefüttert, das aus Blütenpollen und Honig hergestellt wird. Und so zeigt sich denn auch bei den zurückkehrenden Sammlerinnen vor dem Flugloch, dass schon viele von ihnen vollbeladen mit Pollen daherkommen. Außerdem findet man sie auch allerorten beim Aufsaugen von Wasser, was ebenfalls zur Herstellung des proteinreichen Futters benötigt wird und somit ein untrügliches Zeichen dafür ist, das unsere kleinen Freundinnen Nachwuchs großziehen.


Zudem beginnt jetzt die Zeit des großen Hungerns. Obwohl es doch zunehmend blüht? Oh ja! Natürlich müssen unsere kleinen Freundinnen das vorhandene Angebot nutzen, aber angesichts der zunehmenden Stärke der Völker reicht das bei weitem nicht aus. Dabei verhält es sich natürlich so, dass ein Volk, dass sehr stark, also mit sehr vielen Tieren, aus dem Winter gekommen ist, am ehesten Hunger leidet, weil viele Bienen den vorhandenen Futtervorrat ganz einfach schneller verputzt haben.


Aber hier passt der Imker natürlich auf und zählt (genauer gesagt: schätzt, aber so genau wie möglich!) seine Bienen, überprüft ihren Vorrat an Futter und füttert gegebenenfalls nach. Denn zur Zeit verbrauchen die Immen eines Volkes über ein Kilogramm Futter pro Woche!


Es wird also in den nächsten Tagen und Wochen wieder zunehmend mehr Bienen geben. Und wenn es jetzt noch einmal kalt wird? Mal ehrlich: Trotz vielleicht einiger kalter Tage wird es doch zunehmend heller und wärmer, oder nicht? Ein paar kalte Tage machen den Bienen erst einmal nichts aus. Dazu hat das Brutgeschäft jetzt einmal begonnen, da lassen sie sich doch von ein paar kalten Tagen nicht die Stimmung vermiesen oder sich gar in diesem eingeschlagenen Kurs beirren. Auch wenn sie mal keinen Nektar oder Pollen sammeln können, weil die Witterung vielleicht doch zu ungemütlich ist, macht das nichts. Sie sammeln jetzt schon so viel Pollen, dass sie kleine Vorräte anlegen für die schlechten Tage, so dass ihnen das Larvenfutter nicht mehr ausgehen kann. Und wenn wirklich mal zu wenig Zuckersaft da ist, dann kommt da so ein komischer Bär mit einem Eimer und gießt einfach nach. Schließlich müssen sie ihre Volksstärke von derzeit circa 5.000 Tierchen auf die stattliche Anzahl von 40. – 50.000 bringen! Da gibt es außer Sammeln noch so einiges zu tun. Sie wissen schon: Putzen, bauen, aufräumen, füttern und so weiter... .

Pflanze

Name

Nektar

Pollen

Trachtzeit

(Schul

noten)

Huflattich

Tussilago farfara

4

4

Februar - April

Kornelkirsche

Cornus mas

3

4

Februar - April

Erika (grau)

Erica cinerea

1

4

Februar - März

Märzenbecher

Leucojum vernum

3

4

Februar - März

Pestwurz (rote)

Pestasites officinales

2

2

Februar - März

Schneeglöckchen

Galathus

4

4

Februar - März

Bis zum Erstfrühling


Ihre "Privatimker"

Bienenfee-1