2025

Rückblick 2025

Dieses Jahr war schon ziemlich verrückt. Das Frühjahr war wie immer in den letzten Jahren zu früh. Dazu war es erst zu heiß und nachfolgend zu nass. Aber im Durchschnitt der Extreme hat es gereicht. Alles blühte wie toll und die Pflanzen hatten genügend Wasser um viel Nektar zu bilden.


Da wir im letzten Jahr bei der Nachzucht unserer kleinen Freundinnen auf jene Völker gesetzt hatten, die relativ früh ins neue Bienenjahr starten würden, konnten sie dann auch wirklich in diesem Frühling auch alles mitnehmen, was die Frühjahrsblüher so hergaben. So war einerseits der Befruchtungserfolg beträchtlich, und mit unserer Frühjahrsernte waren wir insgesamt sehr zufrieden.


Das gleiche gilt für den Sommer. Zwar sind die heißen Tage mit über 30°C wesentlich häufiger aufgetreten, aber das wurde gerade noch rechtzeitig durch die gefallenen Niederschläge ausgeglichen. Und so hatte die Flora genügend Wasser. Und: die Bienen waren auch diesen Sommer wieder sehr fleißig.


Das freut den Imker. Es ist schon sehr schön anzuschauen, wenn die kleinen Freundinnen so emsig fliegen. Aber in Bezug auf die lauernden Gefahren für die Bienen sind wir Imker ständig auf der Hut.


So stellt die Varroamilbe als Hauptparasit nach wie vor eine der größten Gefahren für die Honigbienen dar. Unser permanentes Varroamonitoring hat gezeigt, dass die Populationen der Varroamilbe bei unseren Völkern durch unsere frühe Behandlung als sehr gering zu bezeichnen sind.


Daneben hat sich in unserem Nachbarkreis eine unbarmherziger Feind der Honigbienen breit gemacht: ein Bakterium namens Paenibacillus larvae. Dieses stäbchenförmige Bakterium verursacht im Bienenvolk die für Menschen völlig ungefährliche bösartige amerikanische Faulbrut (AFB), durch die die Bienenvölker so geschwächt werden können, dass sie absterben.


Aber wir hatten diese Krankheit im Nachbarkreis, wo der Sperrbezirk aus dem Mai dieses Jahres im August nochmals erweitert worden war, auf dem Schirm und haben unsere an der Stadtgrenze wohnenden Bienen nach einer eingehenden AFB-Kontrolle sicherheitshalber umgezogen, bevor bei einer eventuellen nochmaligen Erweiterung des Sperrbezirkes die Nähe zu groß werden würde.

Also sind wir auch in dieser Hinsicht auf der sicheren Seite.


Jedoch hat sich in diesem Jahr bei uns eine neue große Gefahr für die Honigbienen immens verstärkt: die asiatische Hornisse [Vespa Velutina Nigrithorax].


Im Gegensatz zu unseren deutschen bzw. europäischen Hornissen [Vespa Crabro], die sich beim Abfangen von Bienen vor dem Bienenstock häufig etwas ungeschickt anstellen und so keine sehr große Gefahr für den Bienenbestand sind, verhält sich das bei der asiatischen Hornisse anders. Sie hat bei der Jagd 100% Erfolg.


Die Imker beobachten mit Grausen wie ihre Bienen einfach so nach und nach aufgefressen werden und versuchen sich derweil mit den verschiedensten technischen Maßnahmen (Mäusegitter, Vorsatzkörbe und ähnlichem) zu helfen, so dass die Hornissen nicht in den Bienenstock gelangen können.

Aber hierzu mehr auf unserer Seite: www.derhonigtopf.com/Hornissen.


Im Spätsommer nach der Honigernte und der nachfolgenden Varroabehandlung wurden die Völker wie üblich für den Winter mit Zuckersirup zugefüttert.


Durch die Läppertracht (Es blüht weniger und so können die Bienen weniger eintragen), die bis in den September hinein anhielt, fanden die Kleinen zwar weniger aber dafür stetig etwas Nektar, so dass sie jetzt zusammen mit dem im Sommer eingetragenen Honig für den Winter bestens mit Futter ausgestattet sind.


Es wird häufig davon gesprochen, dass das Bienenjahr damit, also jetzt, vorbei wäre. Aber mitnichten. Betrachtet man das Bienenvolk als ein Wesen, so beginnt für dieses jetzt eigentlich die schwierigste Zeit. Denn jetzt werden die Winterbienen großgezogen, die sehr gesund und vital sein müssen, da sie den ganzen Winter bis Anfang April durchhalten müssen, um das Bienenvolk am Leben zu erhalten.


Unsere kleinen Freundinnen halten keinen Winterschlaf!


Zum Winter hin rücken sie näher zusammen und bilden so über mehrere Wabenrähmchen hinweg eine ‚Bienenkugel‘. Die äußeren Bienen zittern mit den Brust- bzw. Flugmuskeln und produzieren so eine behagliche Wärme für alle. Dazu sind die außen sitzenden Bienen für das Holen des Futters aus den angrenzenden Waben zuständig. Dieses wird dann an die anderen Bienen weitergereicht, so dass niemand hungern muss. Nach einiger Zeit wechseln sich die Bienen dabei ab.  Bienen aus dem Inneren der Kugel krabbeln nach außen und übernehmen Fütterung und Wärmeerzeugung.


Und so hält das ganze Bienenvolk durch bis zum nächsten Frühjahr.


Bis bald


Ihre Familienimker

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