Bienenschule

Bienenschule - was ist das?


Nein, bei uns gehen die Bienen nicht in die Schule. Sie machen instinktiv sowieso alles richtig, und was sie darüber hinaus noch wissen müssen, lernen sie von ihren Schwestern (oder Brüdern).


Wir führen seit nunmehr neun Jahren unsere für Bildungseinrichtungen kostenlosen Naturtage, quasi ehrenamtlich, durch. Das tun wir, weil unserer Meinung nach der Umwelt- und Naturschutz mit der Umweltbildung beginnt. So nutzen wir den Umstand, dass wir Imker sind, für den Naturschutz indem wir unser Wissen weitergeben und schon bei den Kleinsten damit beginnen.


Vorwiegend machen wir das im Frühjahr, also im Mai oder Juni. Wir haben allerdings auch schon Termine im Juli vergeben. In dieser Zeit vom Frühjahr bis zum Frühsommer sind die Bienenvölker im Aufbau begriffen, und hier bietet sich hervorragend die Möglichkeit den Teilnehmern die Entwicklung im Bienenvolk direkt und ganz nah zu veranschaulichen. 


Bei diesen Terminen verbringen die Teilnehmergruppen 

(Vorschulgruppen bis Abiturklassen, aber auch sonstige Erwachsenengruppen bis 15 Personen) den Vormittag bei uns im Garten. 


Nach einer Einführungsrunde, in der ich vorbereitete Fragen beantworten kann, gehe ich mit den Teilnehmern in kleinen Grüppchen an die Bienen. 


Die wartenden Teilnehmer dürfen sich den Insektenhotels, den Blumenwiesen, dem Leben im und am Teich sowie dem Kräuterbeet widmen.


Der Bienenstock wird geöffnet. Die ersten Bienen fliegen etwas auf, beruhigen sich allerdings sehr schnell wieder. Auf den herausgezogenen Wabenrähmchen mit den aufsitzenden Bienen zeige ich die verschiedenen Stadien der Bienenentwicklung und erläutere die Funktion unterschiedlicher Zellentypen.


Die Teilnehmer können hierbei (zwischen den herumlaufenden Bienen) sowohl das Wachs berühren als auch mit dem Handrücken einmal ausprobieren, wie sich Bienen anfühlen. Bei vielen kommt so auch der Wunsch auf, einmal eine Biene auf der Hand zu haben - dem gerne nachgekommen wird, sofern die jeweilige Biene das dann auch zulässt. Verbunden mit dem ernsten Hinweis, dass es sich um ein Lebewesen handelt und nicht um ein Spielzeug.


Nachdem alle mit mir an den Bienen gewesen sind finden wir uns zu einer abschließenden Runde zusammen, in der ich zu noch offenen Fragen zu Honigbienen, Wildbienen, ihrer Wichtigkeit für die Ökosysteme, die wir seit zwei Millionen Jahren mitbenutzen dürfen (nicht nur der Nützlichkeit für uns Menschen!), Honig und vielem mehr Auskunft gebe. Auch der Geschmack verschiedener Honige darf probiert werden.


Zum Abschluss erläutere ich (auch kindgerecht) die Wirkung der Zentrifugalkraft und die Funktion der Honigschleuder. 


Mittlerweile waren über 1.000 Teilnehmer mit mir an den Bienen. 

Wir haben zwar die liebsten Bienen der Welt weil wir vorrangig daraufhin züchten, aber es handelt sich bei Bienen um Tiere, und so ist es nie auszuschließen, dass es auch einmal zu einem Stich kommen kann. Bislang wurden bei uns lediglich drei Personen im Rahmen der Naturtage wirklich am Bienenstand gestochen, allerdings nicht weil die Bienen aggressiv waren, sondern aus Unachtsamkeit.  


Die Teilnehmer nehmen eine völlig entspannte Haltung gegenüber unseren geflügelten Freundinnen mit nach Hause. Äußerungen wie "Ich habe gar keine Angst mehr vor Bienen" und "Bienen sind meine Lieblingstiere" über "Wenn ich groß bin werde ich auch Imker" bis hin zu "Jetzt musste ich erst _ _ Jahre alt werden um die Angst vor Bienen zu verlieren" hörte ich schon häufig, quittierte es mit einem Lächeln und freute mich mit. 

Neben Geschenken wie kleinen Insektenhotels, Insektentränken oder Pflänzchen  für unseren Garten bekommen wir auch solche Dankesgaben: 

Und hier noch ein paar Impressionen

So sieht eine Brutwabe im Juli aus

Schon mal bei einer Bienengeburt dabei gewesen?

Hier erkennt man verschiedene Larvenstadien

So fühlen sich Bienen an!

Dieses Jahr im Juli durften wir das 1.000 Kind begrüßen!