
Sicher sind Sie bereits durch Informationen durch die verschiedensten Medien auf das neue Thema aufmerksam geworden:
asiatische Hornissen.
Deshalb hier auf unserer website ein paar Informationen dazu.
In diesem Jahr hat sich bei uns eine neue große Gefahr für die Honigbienen immens verstärkt: die asiatische Hornisse [Vespa Velutina Nigrithorax].
Im Gegensatz zu unseren deutschen bzw. europäischen unter Schutz stehenden Hornissen [Vespa Crabro], die sich beim Abfangen von Bienen vor dem Bienenstock häufig etwas ungeschickt anstellen und so keine sehr große Gefahr für den Bienenbestand sind, verhält sich das bei der auch nach der EU-Festlegung invasiven asiatischen Hornisse anders. Sie hat bei der Jagd 100% Erfolg.
Hier einmal einige Hinweise zur Unterscheidung
Deutsche bzw. europäische Hornisse
[hier z.B.: Vespa crabro]

Wikipedia.de/Hornisse
Das wichtigste zuerst:
Unsere Hornissen stehen unter Naturschutz! Eine Bekämpfung oder Entfernung von Nestern ist verboten!
Aussehen:
Unsere Hornissen sehen meist aus wie sehr große Wespen, mit einem deutlich gelb-schwarzen Hinterleib.
Größe:
'Unsere' Hornissen sind etwas größer als die asiatischen Hornissen. Die Körpergröße der Königin beträgt von 2,3 bis zu 3,5 Zentimeter, die der Arbeiterinnen 1,8 bis 2,5 Zentimeter und die der Drohnen 2,1 bis 2,8 Zentimeter.
(nach: wikipedia.de/Hornisse)
Nestbau:
Die Königin sucht im Frühjahr nach einem geeigneten Platz um ihr Nest zu errichten.
Unsere Hornissen sind Höhlenbrüter, deshalb stellen Gegebenheiten wie Baumhöhlen genauso gute Nist-möglichkeiten dar wie Vogelkästen, Gartenschuppen, offene Dachböden oder zugängliche und über längere Zeit nicht veränderte Räume zwischen Rollläden und Fenstern.
Hier noch einmal der Hinweis: Solche Nester dürfen nicht entfernt werden!
'Unsere Hornissen bauen beginnen also, meist an geschützten Orten, mit der Errichtung eines Nestes und bauen dieses je nach Bedarf weiter aus. Oft werden auch Vogelhäuschen erst innen ausgebaut und nachfolgend nach außen hin erweitert. Ist den Hornissen dies zu unbequem, können sie auch in ein Filialnest umsiedeln. Die Nester erreichen auch schon einmal die Größe eines Medizinballs.
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Foto: Julia Wiskozil,15.09.2025
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Anzahl der Tiere
Erreicht ein Nest im Juli 100 Brutzellen, so kann dies bis September bis auf 600 Brutzellen anwachsen. Als maximale Brutzellenzahl in Deutschland wird ca. 2.800 angegeben. Durch die relativ kurze Lebensdauer der Arbeiterinnen ist aber lediglich mit einer Anzahl von 200 Arbeiterinnen im Nest zu rechnen.
Infos aus: wikipedia.de / Hornisse
Gefährlichkeit
'Unsere' Hornissen sind in der Regel sehr friedliebend. Fliegt mal eine an uns vorbei so hört sich das immer sehr spektakulär an, es passiert aber nichts. Selbst beim erstellen des obigen Fotos nahe am Nest ist nichts passiert. Daher geht von der deutschen / europäischen Hornisse keine größere Gefahr aus. Selbst wenn sich Hornissen bedroht fühlen, versuchen sie mit ca. 20 Tieren für kurze Zeit das Nest zu verteidigen. Mehr passiert nicht.
Fähigkeiten
Unsere Hornissen können im Dunkeln fliegen. Das heißt, sie gehen oft noch in der abendlichen Dämmerung auf Beuteflug. Aber keine Panik: verirrt sich mal ein Tier in unser Wohnzimmer, so fängt man es vorsichtig mit einem Glas ein und bringt es wieder nach draußen.
Es wird nichts passieren.
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Asiatische Hornisse
[Vespa velutina nigrithorax]

Wikipedia.de/asiatische Hornisse
Das wichtigste zuerst:
Diese aus China stammende Unterart gilt als invasive Art und steht deshalb seit 2016 in der Liste der unerwünschten Spezies für die Europäische Union. Sie ist bundesweit meldepflichtig.
Aussehen:
Die asiatische Hornisse hat einen dunklen Hinterleib mit einer deutlichen orange-gelben Binde.
Größe:
Die asiatischen Hornissen sind etwas kleiner als 'unsere' Hornissen. Die
Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa drei Zentimetern, Arbeiterinnen werden etwa 1,7 bis 2,4 Zentimeter lang.
(wikipedia.de/asiatische Hornisse)
Nestbau:
Eine Königin sucht einen geeigneten Nistplatz zum Bau eines Primärnestes. Sie ist dabei nicht auf Hohlräume in Gebäuden oder Gartenhäuschen angewiesen, nimmt sie aber bei Verfügung auch gerne an. Oft finden sich solche Gründungsnester auch in Büschen oder Hecken - also Vorsicht bei der Gartenarbeit.
Dieses Primärnest wird normalerweise etwa Hand bis Fußballgroß. Ist die Kapazität dieses Primärnestes ausgeschöpft, wird in ca. 10 - 15 Metern Höhe ein Se-kundärnest errichtet, das bis über einen Meter Durchmesser erreichen kann.
Primärnest mit alarmierten V.v. (wikipedia.de/asiatische Hornisse)
Wir hatten aber in Langenfeld auch schon den Fall, dass ein in einem Geräteschuppen befindliches Gründungs- und Primärnest nicht zugunsten eines höher gelegenen Sekundärnestes aufgegeben wurde. Es wurde einfach vergrößert. Die Besitzerin des Anwesens hatte das Treiben zwar verfolgt, die Tiere aber gewähren lassen, bis sie ins Gesicht gestochen wurde.
Glücklicherweise ist ihr nicht mehr passiert.
Erweitertes Primärnest
der Vespa velutina.
Foto Detlev Garn
05. September 2025
Anzahl der Tiere
Die Völker der asiatischen Hornisse werden relativ groß bei Individuenzahlen zwischen 1.000 bis hin zu 10.000 Tieren. Das bedeutet, dass sich in einem erweiterten Nest (oder ggfs. Sekundärnest) auch bis zu 2.000 Arbeiterinnen befinden können.
Ein großes Volk kann in einem Jahr bis zu 300 neue Königinnen produzieren.
Infos aus: wikipedia.de/asiatische Hornisse
Gefährlichkeit
Die asiatische Hornisse fühlt sich bedroht, wenn man fünf bis vier Meter Distanz zum Nest unterschreitet. Einmal alarmiert verteidigt sie das Nest mit allem was stechen kann. Das sind dann ungefähr 1.000 bis 1.500 Tiere, die alles angreifen was sich bewegen kann.
Hier besteht Lebensgefahr!
Fähigkeiten
Die asiatische Hornisse kann im Dunkeln nicht fliegen.
Dafür ist sie am Tage ein sehr geschickter Jäger. Im Jagdmodus kann sie durchaus im Stand schweben oder sogar kurze Strecken rückwärts fliegen. Bienen vor dem Stock haben kaum eine Chance dagegen.


Sekundärnest V.v. in Mayac / Dordogne / Frankreich 2010. Foto von
Père Igor
auf Wikipedia,de /asiatische Hornisse

Die Imker beobachten mit Grausen wie ihre Bienen einfach so nach und nach von den asiatischen Hornissen aufgefressen werden und versuchen sich derweil mit den verschiedensten technischen Maßnahmen (Mäusegitter, Vorsatzkörbe und ähnlichem) zu helfen, so dass die Hornissen wenigstens nicht in den Bienenstock gelangen können. Um einen ungestörten Beuteflug vor den Bienenstöcken zu verhindern, lassen wir Kraut vor den Beuten hochwachsen. Das stört die Bienen nicht, aber die jagenden asiatischen Hornissen haben es deutlich schwerer Beute zu machen.
Am 24. März 2025 meldete Deutschland der EU die Umstufung der Asiatischen Hornisse auf Artikel 19 der EU-Verordnung 1143/2014. Nach Artikel 19 entfällt damit die Bekämpfungs- und Ausrottungspflicht, wenn eine Art bereits weit verbreitet ist.
Deutschland geht damit von der Bekämpfungsphase in die Managementphase über.
Vor der Umstufung waren die Umweltministerien der Bundesländer dazu verpflichtet, gemeldete Nester von den örtlichen Naturschutzbehörden entfernen zu lassen.
In der Managementphase muss Deutschland der EU durchgeführte (eingerichtete (Vorgehen)? geplante?) Maßnahmen zum Management der invasiven Art melden, damit „Auswirkungen auf die Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystem-dienstleistungen sowie gegebenenfalls auf die menschliche Gesundheit oder die Wirtschaft minimiert werden“. Wikipedia.de/asiatische Hornisse
Nachdem sowohl in Galicien in Nordspanien als auch in Frankreich zugegeben wird, in Bezug auf die asiatische Hornisse zehn beziehungsweise 20 Jahre verschlafen zu haben, wird dort jetzt mit aller Kraft und mit hohem finanziellen Aufwand der Gefahr begegnet.
Aussage eines Sachverständigen bei der Befragung im Düsseldorfer Landtag
Natürlich kostet es Geld. Die Ausbildung der Hornissenberater, die Ausrüstung der Bekämpfer, die benötigten Ressourcen zur Bekämpfung (vom Hubsteiger und der Feuerwehrleiter bis hin zum eingesetzten chemischen Mittel zur Abtötung der Tiere) kosten Geld.
Wir haben jetzt noch die Möglichkeit eine größere Ausbreitung dieser Tiere zu verhindern, indem wir ihre Nester konsequent rechtzeitig entfernen, bevor 300 neue Königinnen (pro Nest !!) im nächsten Frühjahr neue Völker gründen können.
Es ist ja nicht nur so, dass die Tiere vor den Bienenstöcken Jagd auf Bienen machen und die Imker damit das Grausen lehren.
Bei weitem nicht.
So große Völker der asiatischen Hornisse benötigen viel Futter. Sehr viel. Daher fügen sie der Fauna im Insektenreich sehr große Verluste zu. Und damit unserem gesamten Ökosystem. Bis hin zu Vögeln und Fledermäusen werden sich die Insektenverluste durch die Vespa velutina durchschlagen und die Nahrungsgrundlage unseres Ökosystems vernichtend stören.
Wie bereits gesagt: Noch haben wir die Möglichkeit, der Gefahr Herr zu werden. Für Nordrhein-Westfalen wird im Moment noch mit einer verhältnismäßig geringen Summe von 25 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahre gerechnet. Verpasst man jetzt diese Möglichkeit rechtzeitigen Eingreifens, wird es mit jedem Jahr ungleich teurer, uns von dieser Plage zu befreien.
Aussage eines Sachverständigen bei der Befragung im Düsseldorfer Landtag
Bei dem derzeitigen Verhalten des Umweltamtes wird die Gefahr aber immer noch nicht in ihrer gesamten Tragweite erfasst. Hier geht man bei der asiatischen Hornisse immer noch von "Hornissen" aus, die sich ja nur wehren wenn sie sich bedroht fühlen. Das dies aber bei Annäherung an ein Nest unter fünf bzw. vier Metern der Fall ist, und dass dass sie dann mit allem (allem!) verteidigen was fliegen kann, wird gar nicht erst thematisiert.
Die Vespa velutina ist meldepflichtig.
Bei Warnanrufen an die untere Naturschutzbehörde zur Tiermeldung wurde uns mehrmals mitgeteilt, dass die Tiere ja mittlerweile sowieso als etabliert gelten und daher gar nicht mehr gemeldet werden müssten.
Und so schläft man offenen Auges. Wie in Galicien oder Frankreich.
Zehn Jahre?
Zwanzig Jahre?
Wie lange noch?
Seit 2016 schon gilt die asiatische Hornisse Vespa velutina als invasive und unerwünschte Art.
Wahrscheinlich wird man erst wach, wenn der erste Mitarbeiter eines Betriebshofes beim Pflegeschnitt von Büschen oder Hecken attackiert und totgestochen wurde.
Aber dann ist es ja schon zu spät !!
Die derzeitige Einschätzung, man könne dieser Tiere ja gar nicht mehr Herr werden,
stimmt einfach nicht!
Noch nicht.
Tun wir etwas.
Jetzt.
Man kann die asiatische Hornisse nicht einzig zu einem Imkerproblem machen und sich bei der Entfernung der Nester auf einige Imker stützen, die das unter hohem Aufwand ehrenamtlich und oft auch noch ohne irgendeine Aufwandentschädigung tun. Dabei müssen sie sogar noch darauf schauen, ob sie nicht selber auf anfallenden Kosten für Material, Hubsteiger oder den Feuerwehreinsatz sitzenbleiben.
Diese ersten Schritte sind unbedingt erforderlich:
1. Ausführliche Aufklärung und Warnung der Bevölkerung.
2. Errichtung eines barrierefreien Meldeportals, per Internet oder per Handy-App oder beides.
3. Einheitliches Monitoring in allen Kommunen.
(Es kann nicht dabei bleiben, dass Mitarbeiter im Referat für Umwelt bei Tiermeldungen nicht wissen, was ausgerechnet sie damit zu tun haben sollten.)
4. Entfernung der gemeldeten Nester durch die untere Naturschutzbehörde oder durch die Kommunen.
Und zwar: nicht nur in direkter Nähe zu Schulen, KiTa's oder anderen öffentlichen Einrichtungen. Man muss ja hierbei bedenken, dass die Tiere im Nahbereich einen ganzen Kilometer um ihr Nest herum fliegen.
Mal sehen ob sich nach der Anhörung von Sachverständigen im Düsseldorfer Landtag irgendetwas tut.
Hoffen wir für uns alle das Beste!
Und: Melden Sie diese Tiere und deren Nester weiter an die unteren Naturschutzbehörden. Denn nur mit einem möglichst vollständigen Kataster gelingt ein gutes Monitoring.
Danke.
Bis bald
Ihre Familienimker

